Die Invisalign-Behandlung, auch bekannt als kieferorthopädisches Behandlungssystem ohne feste Zahnspangen, besteht aus einer Serie nahezu unsichtbarer, herausnehmbarer transparenter Aligner zur Zahnkorrektur. Diese individuell angefertigten Aligner bewegen die Zähne schrittweise in ihre ideale Position. Im Vergleich zu klassischen Zahnspangen sind sie deutlich unauffälliger. Für wen ist die Behandlung mit transparenten Alignern geeignet? Gibt es eine Altersgrenze? Die Behandlung mit transparenten Alignern kann bei allen Personen mit gesunden Zähnen und gesundem Zahnhalteapparat angewendet werden. Neben erwachsenen Patienten kann diese Therapie – abhängig von der Zahnentwicklung – auch bei Kindern ab einem Alter von etwa 7–8 Jahren durchgeführt werden. Ist eine Aligner-Behandlung bei Patienten mit Implantaten oder früheren Zahnbehandlungen möglich? Da Zahnimplantate fest mit dem Kieferknochen verwachsen sind (Osseointegration), können sie im Knochen nicht wie natürliche Zähne bewegt werden. Wenn im Behandlungsplan vorgesehen ist, dass auf das Implantat keine orthodontische Kraft ausgeübt wird und es unbeweglich bleibt, kann eine Aligner-Behandlung auch bei implantatgetragenen Patienten durchgeführt werden. Für Patienten mit bereits vorhandenen Füllungen oder Wurzelkanalbehandlungen besteht keine Einschränkung für die Anwendung von transparenten Alignern. Kann eine Aligner-Therapie auch bei starkem Engstand eingesetzt werden? Auch bei Patienten mit ausgeprägtem Zahnengstand können mit transparenten Alignern sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt werden. In einigen Fällen, in denen aufgrund starken Engstands eine dauerhafte Zahnextraktion geplant ist, kann die Aligner-Therapie anstelle einer festen Zahnspange angewendet werden. Wie verläuft eine Invisalign-Behandlung? Vor Beginn der Invisalign-Behandlung müssen alle vorhandenen Kariesläsionen behandelt und Zahnstein vollständig entfernt werden. Wie bei jeder kieferorthopädischen Behandlung erfolgt zunächst eine umfassende klinische Untersuchung einschließlich intraoraler Röntgenaufnahmen. Anschließend wird ein dreidimensionales digitales Modell (Abdruck) der Zähne erstellt, das zur Planung einer individuellen Behandlung dient. Der von Ihrem Kieferorthopäden erstellte Behandlungsplan wird zusammen mit den intraoralen Scandaten, Röntgenaufnahmen und klinischen Fotos an den Aligner-Hersteller übermittelt. Auf dieser Grundlage wird eine individuelle digitale Behandlungssimulation erstellt und dem Kieferorthopäden zur Freigabe vorgelegt. Nach Prüfung der Simulation nimmt der Kieferorthopäde gegebenenfalls notwendige Anpassungen vor. Sobald der Behandlungsplan finalisiert ist, werden sowohl die Anzahl der benötigten Aligner als auch die voraussichtliche Behandlungsdauer festgelegt. Die Behandlungsdauer und die Anzahl der Aligner variieren je nach Ausgangsbefund und Schweregrad der Zahnfehlstellung von Patient zu Patient. Vor der endgültigen Freigabe kann der Kieferorthopäde die Behandlungssimulation mit Ihnen teilen, sodass Sie gemeinsam besprechen können, ob das prognostizierte Ergebnis Ihren Erwartungen entspricht. Nach der finalen Freigabe durch den Kieferorthopäden beginnt die Herstellung der Aligner. Diese werden in der Regel innerhalb von etwa 3–4 Wochen an die Praxis geliefert. Beim ersten Termin werden üblicherweise kleine zahnfarbene Erhebungen, sogenannte Attachments, auf die Zahnoberflächen geklebt. Diese Attachments ermöglichen eine bessere Haftung der Aligner und erhöhen die Effektivität der Zahnbewegungen. Falls erforderlich, werden interproximale Schmelzreduktionen (IPR, auch Stripping genannt) durchgeführt. Anschließend erhalten Sie von Ihrem Kieferorthopäden die entsprechende Anzahl an Alignern. Die Kontrollintervalle bei der Aligner-Therapie sind im Vergleich zu festen Zahnspangen in der Regel länger. Monatliche Kontrollen sind häufig nicht notwendig; Kontrolltermine in Abständen von etwa 2–3 Monaten können ausreichend sein. Zur Unterstützung der Patienten während der Behandlung steht die My Invisalign App zur Verfügung. Diese erinnert an den Zeitpunkt des Aligner-Wechsels, überwacht die tägliche Tragedauer, informiert den Kieferorthopäden und hilft bei der Verwaltung bevorstehender Termine. Zudem können Patienten Fortschrittsfotos mit ihrem Kieferorthopäden, ihrer Familie oder Freunden teilen. Anhand dieser Fotos kann der Kieferorthopäde den Behdeandlungsverlauf beurteilen und Rückmeldungen geben. Zwischenkontrollen der Aligner-Behandlung können auch als virtuelle Termine durchgeführt werden. Hierfür dient die Funktion Invisalign Virtual Care, die es Kieferorthopäden ermöglicht, den Behandlungsverlauf ihrer Patienten aus der Ferne zu überwachen. Über die My Invisalign App können Patienten mit ihren mobilen Geräten Fortschrittsfotos aufnehmen und hochladen. Nach dem Aligner-Wechsel überprüft der Kieferorthopäde die eingereichten Fotos über die Invisalign Virtual Care Plattform, beurteilt, ob die Behandlung planmäßig verläuft, und kann entsprechende Anweisungen geben. Wenn für behandlungsbezogene Fragen eine direkte Interaktion erforderlich ist, kann über die Invisalign Virtual Care Plattform ein Video-Termin vereinbart oder der Patient zu einem persönlichen Praxisbesuch eingeladen werden. Dadurch ist es Kieferorthopäden möglich, Invisalign-Behandlungen auch bei Patienten durchzuführen, die in unterschiedlichen Ländern leben. Worauf sollten Patienten während der Aligner-Behandlung achten? Die Aligner müssen genau nach den Anweisungen des Kieferorthopäden gewechselt werden und dürfen nicht vorzeitig ausgetauscht werden. Die tägliche Tragedauer sollte mindestens 20–21 Stunden betragen. Während die Aligner getragen werden, sollte weder gegessen noch heiße Getränke konsumiert werden. Nach dem Herausnehmen der Aligner bestehen keine Einschränkungen beim Essen und Trinken. Wie werden transparente Aligner gepflegt? Die Aligner sollten täglich unter lauwarmem, fließendem Wasser mit einer Bürste gereinigt werden. Zusätzlich können Prothesenreinigungstabletten oder spezielle Reinigungsgels verwendet werden. Wie lange müssen die Aligner getragen werden? Da es sich um eine individuell angepasste Behandlung handelt, hängt die Behandlungsdauer sowohl von der täglichen Tragezeit als auch vom Zustand der Zähne ab. Die genaue Dauer der Behandlung kann ausschließlich vom behandelnden Kieferorthopäden festgelegt werden. Hat Invisalign Vorteile gegenüber herkömmlichen Zahnspangen? Invisalign-Aligner sind transparent und daher für andere kaum sichtbar. Die Mund- und Zahnhygiene lässt sich leichter aufrechterhalten, da die Aligner zum Zähneputzen herausgenommen werden können. Durch die bessere Reinigungsmöglichkeit der Zähne wird das Kariesrisiko deutlich reduziert. Transparente Aligner sind komfortabler als feste Zahnspangen und reizen weder Zähne noch Zahnfleisch. Während der Invisalign-Behandlung sind weniger Kontrolltermine erforderlich, was Zeit spart. Zudem kann bereits zu Beginn der Behandlung das voraussichtliche Endergebnis digital simuliert werden. Das frühzeitige Sehen des Behandlungsergebnisses steigert die Motivation der Patienten. Kann jeder Zahnarzt/in eine Invisalign-Behandlung durchführen? Diese Behandlung darf ausschließlich von einem Kieferorthopäden durchgeführt werden, der über eine entsprechende Invisalign-Zertifizierung verfügt. Wie verläuft der Prozess nach Abschluss der aktiven Behandlung? Nach Abschluss der aktiven kieferorthopädischen Behandlung ist eine Retentionsphase erforderlich, um die erreichte Zahnstellung zu stabilisieren und einem Rückfall vorzubeugen. Hierfür werden Retentionsschienen oder linguale Retainer eingesetzt. In dieser Phase können Kontrolltermine in Abständen von etwa sechs Monaten erfolgen.