Die erste kieferorthopädische Untersuchung eines Kindes durch einen Fachzahnarzt/in für Kieferorthopädie sollte idealerweise im Alter von etwa sechs Jahren erfolgen.

Entwicklungs- und Funktionsstörungen lassen sich bei frühzeitiger Intervention deutlich einfacher behandeln. Beispielsweise ist es bei Kindern mit Gewohnheiten wie Daumenlutschen, Mundatmung oder Zungenpressen von entscheidender Bedeutung, diese frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Führen solche ungünstigen Gewohnheiten zu Fehlentwicklungen der Kiefer, ist eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung besonders wichtig.

Liegt im Kindesalter ausschließlich eine Zahnfehlstellung in Form von Engständen vor und erscheinen Gesichtsprofil und Kieferstruktur ansonsten unauffällig, so ist der optimale Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung in der Regel dann erreicht, wenn alle oder nahezu alle Milchzähne ausgefallen und die bleibenden Zähne durchgebrochen sind. Dies entspricht meist einem Alter von etwa 10–11 Jahren bei Mädchen und 11–12 Jahren bei Jungen.


ARTEN VON BRACKETS

Entscheiden sich der Kieferorthopäde und der Patient für eine festsitzende kieferorthopädische Behandlung, können entweder Metallbrackets oder keramische (ästhetische) Brackets gewählt werden. Während Metallbrackets am häufigsten verwendet werden, kommen keramische Brackets insbesondere bei Patienten mit hohen ästhetischen Ansprüchen zum Einsatz.

Bei beiden Behandlungsmethoden ist eine gründliche Mundhygiene von großer Bedeutung, um Karies zu vermeiden. Nach Abschluss einer Behandlung mit keramischen Brackets kann es zu Verfärbungen der Brackets kommen. Zudem kann sich die Behandlungsdauer bei keramischen Bracketsystemen verlängern, da die Reibung zwischen Draht und Bracket höher ist. Ihr Kieferorthopäde wird die für Sie am besten geeignete Behandlungsoption empfehlen. Als Alternative zu ästhetischen Brackets haben sich transparente Aligner-Systeme in den letzten Jahren zunehmend etabliert.

Die in Bracketsystemen verwendeten Bögen (Archwires) üben gezielte Kräfte aus, um die Zähne in die gewünschte Richtung zu bewegen. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt etwa ein bis drei Jahre. Da sich die Zahnpositionen während der Behandlung kontinuierlich verändern, sind monatliche Kontrolltermine erforderlich.

Früher bestanden Brackets aus dicken Stahlbändern, die den Zahn vollständig umschlossen. Mit dem technologischen Fortschritt wurden Brackets immer kleiner, sodass kieferorthopädische Bänder heute nur noch selten verwendet werden. Bei der Befestigung klebt der Zahnarzt kleine Brackets mithilfe spezieller Klebstoffe auf die Zähne. Anschließend werden die Bögen durch die Brackets geführt. Diese Bögen geben die Richtung vor, in der sich die Zähne bewegen sollen. Kleine elastische Ligaturen, transparent oder farbig (nach Wunsch), können verwendet werden, um die Bögen an den Brackets zu fixieren.


KIEFERORTHOPÄDISCHE BEHANDLUNGSMETHODEN

Grundsätzlich gibt es zwei Hauptformen der kieferorthopädischen Behandlung: herausnehmbare Apparaturen, die der Patient selbst einsetzen und entfernen kann, sowie festsitzende Apparaturen, die vom Kieferorthopäden auf die Zähne geklebt werden. Beide Formen unterteilen sich wiederum in verschiedene Untergruppen.

Herausnehmbare Apparaturen können beispielsweise zur aktiven Behandlung oder zur Stabilisierung (Retention) nach Abschluss der Behandlung eingesetzt werden. Festsitzende Apparaturen umfassen unter anderem linguale Drähte (Lingualretainer), die auf der Zahninnenseite befestigt werden, sowie Metall- oder ästhetische Brackets, die auf der Zahnaußenseite angebracht werden.

Da die orthodontischen Probleme und Erwartungen individuell sehr unterschiedlich sind, muss für jeden Patienten das am besten geeignete Behandlungskonzept festgelegt werden. Sowohl die verwendeten Materialien als auch die Behandlungsart können variieren. Ebenso wie das optimale Behandlungsalter unterscheidet sich auch die Behandlungsdauer je nach Art des Problems. 

Die kürzeste Behandlungsdauer beträgt etwa sechs Monate. Die Mehrheit der Behandlungen dauert ein bis zwei Jahre, in einigen Fällen auch zwei bis drei Jahre. Bei besonderen Situationen, wie zum Beispiel Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, kann sich die Behandlungsdauer verlängern.

Die kieferorthopädische Behandlung ist grundsätzlich nicht schmerzhaft. In den ersten ein bis zwei Wochen können leichte Beschwerden auftreten, die mit der Eingewöhnung zusammenhängen. Abgesehen davon können Patienten ihren normalen Alltag fortsetzen, wobei lediglich auf bestimmte Nahrungsmittel zu achten ist. Monatliche Kontrolltermine beim Kieferorthopäden sind für Anpassungen und Behandlungsüberwachung erforderlich.